Mit dem Abschalten der Pumpen und dem Ende der Wassergärten in Reden ist ein zentraler Baustein des regionalen Tourismuskonzepts weggebrochen. Schon seit mehreren Jahren ist bekannt, dass die RAG die Pumpen abstellt und die Wassergärten dadurch austrocknen. Statt nach Alternativen zu suchen, haben die Verantwortlichen in Land und Landkreis die Realität ausgeblendet und gehofft, dass die RAG die Pumpen länger laufen lässt oder eine andere technische Lösung die Gärten weiterhin mit Wasser versorgt. Aber eine „unmittelbar“ bevorstehende technische Lösung gibt es nicht; stattdessen steht man nun mit leeren Händen da – und will jetzt „Zukunftskonzepte prüfen“.
Die Bilanz: Millionen an Steuermitteln für den Bau der Wassergärten verbaut, Hunderttausende für den Rückbau fällig. Absurd wird es, wenn jetzt sogar der Fahrstuhl zu den nicht mehr existierenden Wassergärten erneuert werden soll – eine teure Baustellenattraktion, die niemand braucht.
Doch das ist nicht das einzige Problem. Die geplante Haldenstraße und die Parkplätze auf dem Plateau Reden stehen kurz vor einer gerichtlichen Entscheidung. Die Naturschutzverbände klagen zu Recht, denn die geflossenen Fördergelder für den Erhalt des einzigartigen Biotops Halde Reden wurden gerne genommen; doch die vertraglich zugesicherten Pflegemaßnahmen unterblieben. Statt die Natur zu schützen, wurden Kapitalinteressen priorisiert. Die überdimensionierte Almhütte findet keine Pächter, und selbst mit einer zusätzlichen Straße werden die Millioneninvestitionen – geschätzt 3 Millionen Euro für Straßenbau, Ampeln und Beleuchtung – nie erwirtschaftet. Dabei wünscht sich die Bevölkerung den Reiz des Almplateaus zu Fuß oder per Rad zu erleben.
Dass es auch anders geht, zeigt Gondwana: Der Erlebnispark zieht Besucher an, ohne die Natur zu zerstören. Doch statt diese Erfolgsfaktoren zu nutzen, wird weiter an überholten Konzepten festgehalten. Dabei bietet die Region so viel Potenzial: Itzenplitz-Weiher, Bergehalde Reden, Strietberg, Finkenrech oder Kasbruchtal sind wertvolle Bausteine für eine attraktive Freizeitgestaltung. Am Strietberg gibt es bereits drei hervorragende Projekte – Ewilpa, Evolutionsweg und Naturerlebnisweg. Es gilt hier die Erlebnisbereiche zu vernetzen, das Biodokumentationszentrum auszubauen, mit einzubeziehen und für die Bevölkerung nutzbar zu machen.
Doch es fehlt an Koordination und kontinuierlicher Pflege, obwohl eigens ein neuer Zweckverband namens „Erlebnisort Reden“ geschaffen wurde. Ein Zweckverband der in einer „historischen“ gemeinsamen Sitzung trotz Widerstands der Grünenfraktion in Kreistag und Gemeinderat beschlossen wurde. Die Verwaltungskosten teilen sich Land (IKS), der Kreis Neunkirchen und Gemeinde Schiffweiler. Und das alles, obwohl wir im Landkreis bereits eine Tourismuszentrale, die TKN, haben.
Die Grünen im Landkreis Neunkirchen haben bereits im September 2025 im Rahmen ihrer Sommertour in Schiffweiler ein konkretes Naherholungs- und Tourismuskonzept vorgestellt. Die Leitidee: die bestehenden Angebote besser vernetzen, nachhaltige Mobilität fördern und die Region als Modell für sanften Tourismus im Saarland entwickeln. „Wir wollen die Stärken unserer Gemeinde deutlicher herausstellen und Schiffweiler zu einem Vorzeigeort für Naherholung machen“, betonen OV-Vorsitzender Arno Ilgemann und Kreistagsmitglied Marie Luise Herber. Statt auf internationalen Tourismus zu setzen, soll die Lebensqualität vor Ort im Mittelpunkt stehen: sichere Rad- und Fußwege, attraktive Naherholungsräume und soziale Treffpunkte wie das geplante Naturfreibad. „Natur- und Klimaschutz müssen die Leitplanken für alle Planungen bilden“, so Ilgemann.
Die Diskussion während der Sommertour hat gezeigt: Es gibt großes Interesse an einer ökologisch orientierten Entwicklung. Die Grünen in Gemeinderat Schiffweiler und Neunkircher Kreistag werden die Ergebnisse in die weitere politische Arbeit einbringen und den Austausch mit Verbänden und Bürgern fortführen. Es ist Zeit für einen Kurswechsel – weg von teuren Fehlplanungen, hin zu einer Naherholungspolitik, die Alltag und Freizeit verbindet und unsere Gemeinden lebenswert hält.
